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Kyoto-Protokoll

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Das Kyoto-Protokoll wurde am 11. Dezember 1997 verabschiedet und ist ein Zusatzprotokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC). Es war das erste Abkommen, das rechtlich verbindliche Verpflichtungen für Industrieländer zur Begrenzung und Reduzierung von Emissionen vorsah.

Damit das Protokoll in Kraft treten konnte, mussten mindestens 55 Vertragsparteien die Konvention ratifizieren, die zusammen für mindestens 55% aller CO2-emissionen der Industrieländer (sogenannte Annex-I-Parteien) im Jahr 1990 verantwortlich waren. Nach einem komplexen Ratifizierungsprozess trat es am 16. Februar 2005 in Kraft. Gegenwärtig beteiligen sich 192 Parteien am Kyoto-Protokoll, darunter alle EU-Mitglieder und wichtige Entwicklungsländer wie Brasilien, China, Indien und Südafrika. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben das Kyoto-Protokoll noch nicht bestätigt. Im Jahr 2013 zog sich Kanada aus dem Abkommen zurück.

Ursprünglich war eine Verpflichtungsperiode von 2008-2012 vorgesehen. Die teilnehmenden Industrieländer verpflichteten sich, ihre jährlichen Treibhausgas-Emissionen innerhalb dieses Zeitraums um 5,2 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Dieses Ziel galt nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer. Am Ende des Verpflichtungszeitraums wurde das gesetzte Ziel erreicht.

Nach erneuten Verhandlungen wurden Ziele für "Kyoto II", die zweite Verpflichtungsperiode, von 2013 bis 2020 festgelegt. Diesmal nahmen mehr europäische Länder sowie Australien teil. Die Parteien verpflichteten sich, in dieser Periode ihre Emissionen um mindestens 18% unter das Niveau von 1990 zu senken. Zusätzlich setzten sich die EU-Staaten (zusammen mit Island) ein eigenes Reduktionsziel von 20%. Darüber hinaus fügten sie ein Treibhausgas hinzu (d.h. insgesamt 7) sowie neue Regeln für Industrieländer, um Emissionen aus Landnutzung und Forstwirtschaft einzubeziehen.

Zusätzlich zur Reduzierung ihrer eigenen Emissionen können die Länder drei Kyoto-Mechanismen nutzen, um ihr Klimaziel zu erreichen:

  • Emissionshandel (globaler Handel mit Emissionsrechten)
  • Joint Implementation (Technologieentwicklung & -transfer)
  • Clean Development Mechanism (Umsetzung von Maßnahmen in Entwicklungsländern)