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Glossar

Biokapazität

Die Biokapazität beschreibt die Fähigkeit von Ökosystemen, biologisch nutzbringendes Material zu produzieren und von Menschen produzierte Abfallstoffe zu absorbieren. Darüber hinaus wird von einem “ökologischen Defizit” gesprochen wenn der ökologische Fußabdruck einer Bevölkerung die Biokapazität übersteigt. Entsprechend lässt sich eine ökologische Reserve feststellen. Das ökologische Defizit in Deutschland entspricht dem Faktor 2,33. Würde die gesamte Weltbevölkerung so Leben, wie die Deutschen, bräuchten wir 2,33 Erden, um das ökologische Gleichgewicht zu bewahren.

Die Biokapazität wird normalerweise in globalen Hektar (gha) angegeben.

Biomasse / Biogas

Laut der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union ist Biomasse der biologisch abbaubare Teil von Erzeugnissen, Abfällen und Reststoffen der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und damit verbundener Wirtschaftszweige (einschließlich Fischerei und Aquakultur). Biomasse gehört anders als Kohle, Erdöl und Erdgas zu den nachwachsenden Rohstoffen. Die daraus gewonnene Bioenergie hat eine gute CO2-Bilanz: Bei der Verbrennung von Biomasse oder Biogas wird etwa nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Atmosphäre beim Pflanzenwachstum entzogen wurde. Bioenergie wird aus dem Rohstoff Biomasse, also Pflanzen, Bioabfälle, Holz oder Gülle gewonnen und lässt sich in feste, flüssige und gasförmige Biomasse unterteilen. Zu Ersterem zählen Holz und Stroh, die durch Verbrennung zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Flüssige Biomasse in Form von Pflanzenölen kann als Brennstoff für Fahrzeuge und in KWK-Anlagen dienen. Letzteres, auch Biogas genannt, entsteht durch die Vergärung von Bioabfällen und pflanzlichen/tierischen Reststoffen. Hierbei kann es in BHKWs verbrannt, oder veredelt und ins Erdgasnetz eingespeist werden.

CO2-Budget

Das CO2-Budget ist die Menge an Treibhausgasen, die die Menschheit noch in die Atmosphäre ausstoßen “darf”, um das 1,5°C-Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen zu erreichen. Laut des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change ist dieses Budget auf Basis der momentanen globalen CO2-Emissionen Anfang 2028 aufgebraucht, für die Erreichung des 2°C-Ziels bleibt uns noch bis Ende 2045. Die Grundlage dieser Berechnung ist ein jährlicher weltweiter Ausstoß von 42 Gt pro Jahr und ein CO2-Budget von 420 Gt beziehungsweise 1160 Gt entsprechend den Szenarien.

Carbon Credit (auch: Emissionszertifikat)

Die Begriffe "Emissionsausgleich" und "Emissionszertifikat" werden oft synonym verwendet, obwohl sie leicht unterschiedliche Bedeutungen haben können. Ein Emissionsausgleich bezieht sich auf eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen oder eine Erhöhung der CO2-Speicherung (z. B. durch die Wiederherstellung von Land oder das Pflanzen von Bäumen), die zum Ausgleich von Emissionen verwendet wird, die an anderer Stelle entstehen. Ein Emissioneszertifikat ist ein übertragbares, von Regierungen oder unabhängigen Zertifizierungsstellen zertifiziertes Instrument, das eine Emissionsreduktion von einer Tonne CO2 oder einer gleichwertigen Menge anderer Treibhausgase darstellt. Von Unternehmen oder Einzelpersonen kann es zum Ausgleich ihrer unvermeidbaren Emissionen verwendet werden.


CO2

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein aus Kohlenstoff und Sauerstoff bestehendes Molekül. Neben Stick­stoff, Sauer­stoff und Edel­gasen ist CO2 ein natür­licher Bestand­teil der Luft. Obwohl Luft nur zu 0,038% aus CO2 besteht, zählt es zu den bedeutendsten Treibhausgasen und trägt einen signifikanten Teil zum Klimawandel bei. In der Atmosphäre absorbiert CO2 einen Teil der Wärmestrahlung durch die Sonne, die von der Erde ans Weltall abgegeben wurde, und strahlt diese zurück auf die Erde. Dieser Prozess ist ein natürlicher und notwendiger Prozess. Einmal in die Atmosphäre freigesetztes CO2 baut sich nicht von alleine ab. Innerhalb des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs wird CO2 durch unterschiedliche Prozesse eingespeichert oder durch Photosynthese abgebaut. Über den natürlichen Treibhausgaseffekt hinaus wird von dem anthropogenen Treibhausgaseffekt gesprochen, der auf die Verbrennung von fossilen Brennstoffen zurückzuführen ist. So steigt die Konzentration von CO2 und führt zu einem Anstieg der globalen Temperatur, da noch weniger Wärmestrahlung zurück ins Weltall gelangt. Die resultierende Erwärmung der Ozeane und Abholzung verstärkt den Prozess.

Neben CO2 existieren weitere Treibhausgase wie Methan (CH4), Lachgas (N2O) oder F-Gase, die alle eine unterschiedlich starke Auswirkung auf das Klima haben. Diese werden in CO2-e (Äquivalente) angegeben, um die Wirkung vergleichbar zu machen und in einem Wert angeben zu können.

CO2-Äquivalente (CO2e)

CO2-Äquivalente oder CO2e sind eine Maßeinheit, die Treibhausgase vergleichbar macht, indem sie diese in die äquivalente Menge von CO2 umrechnet.

Laut dem Kyoto-Protokoll gibt es 6 Treibhausgase, die alle zum Treibhauseffekt und damit zur globalen Erwärmung beitragen: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (HFC/HFC), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFC/PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6).

Zum einfachen Verständnis und weil die Treibhausgase eine unterschiedliche Wirkung auf das Klima haben, werden sie mit der Wirkung einer Einheit CO2 verglichen. Wenn wir also sagen, dass Ihr CO2-Fußabdruck zum Beispiel 100 t CO2e beträgt, berücksichtigen wir dabei auch andere klimarelevante Gase.


Carbon Disclosure Project

Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine unabhängige und nicht kommerzielle Organisation. Die Organisation besitzt die größte Datenbank über Treibhausemissionen von Unternehmen und deren Klimastrategien. Ziel des Projektes ist es, Informationen für Investoren, Gesellschaften und Regierungen bereitzustellen. Die Organisation bittet Unternehmen, Städte und Länder um Daten über ihren jeweiligen Umwelteinfluss. Diese Daten umfassen beispielsweise Treibhausgas-Emissionen und den Umgang mit Ressourcen wie Wasser. Die Einsendung der Daten erfolgt freiwillig. Neben einer kritischen Prüfung werden Vorschläge aufgezeigt, wie das Unternehmen oder die Stadt noch nachhaltiger handeln können.
Zum einen ist das Ziel des Projektes ein Maß an Transparenz über den Umwelteinfluss. Zum anderen sollen Investoren auch auf Basis der Emissionsdaten Investitionsentscheidungen treffen. Darüber hinaus sollen Unternehmen motiviert werden, ihren Einfluss aufs Klima zu verringern, um mit gutem Beispiel für andere Unternehmen des gleichen Sektors voranzugehen.

Direkte Emissionen

Beinhalten Scope 1 Emissionen. Direkte Emissionen können der Organisation direkt angerechnet werden, weil sie diese produzieren. Die Organisation kann die Emissionen auch direkt beeinflussen. Die Emissionsquellen befinden sich im Besitz oder unter der Kontrolle der berichtenden Organisation.

Emissionsrechte

Die Maßnahmen des Kyoto-Protokolls begrenzt die Menge an CO2, die weltweit ausgestoßen werden darf. Damit ein Unternehmen also Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre emittieren darf, benötigt es Emissionsrechte. Ein CO2-Zertifikat erlaubt es, eine Tonne CO2 in einer bestimmten Periode zu emittieren. Am Ende der Periode muss der Emittent nachweisen, dass die gesamten Emissionen des Unternehmens durch Zertifikate abgedeckt waren. Diese Pflicht gilt jedoch nicht für alle Unternehmen: In Deutschland sind laut dem Umweltbundesamt (UBA) große Energie- und Industrieanlagen und der Flugverkehr innerhalb der EU dazu verpflichtet. Die Zertifikate können zwischen Staaten oder zwischen Unternehmen gehandelt werden. Dadurch wird dort CO2 reduziert, wo es ökonomisch effizient ist. Nach und nach soll die Menge an Zertifikaten reduziert werden. Für nähere Erläuterung siehe Carbon Market.

ESG

ESG ist die Abkürzung für Environmental, Social and Governance. Dieses Prinzip liefert Kriterien, insbesondere für Investoren, um Unternehmen mit Werten zu finden, die ihren eigenen entsprechen und um nicht nur die wirtschaftliche Leistung, sondern auch die ökologische und soziale Leistung in die Investitionsentscheidung einzubeziehen.

Zu den Umweltkriterien können der Energieverbrauch eines Unternehmens, die Menge an Abfall und Umweltverschmutzung, die Erhaltung natürlicher Ressourcen und die Behandlung von Tieren gehören. Dies kann auch dazu beitragen, etwaige Umweltrisiken und den Umgang des Unternehmens mit diesen Risiken zu bewerten.

Soziale Kriterien konzentrieren sich auf die Arbeitsbedingungen, zum Beispiel Chancengleichheit, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Menschenrechte, soziale Verantwortung des Produktportfolios und Lieferkettenmanagement.

Kriterien für die Unternehmensführung können die Geschäftsethik, Compliance, Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, Gehälter und die Aktionärsstruktur sein. Kein Unternehmen wird jeden Test in jeder Kategorie bestehen, so dass die Investoren entscheiden müssen, wo die eigenen Prioritäten liegen.

ESG-Investitionen werden manchmal als nachhaltiges Investieren, verantwortliches Investieren, Impact Investing oder sozial verantwortliches Investieren bezeichnet.

Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft beschreibt die Bewirtschaftung von Waldland inklusive dazugehöriger Gewässer und Ödland. Rodung und das erneute Anpflanzen von Bäumen sind die Hauptaktivitäten der Forstwirtschaft. Das Hauptziel der Forstwirtschaft ist die Aufrechterhaltung einer kontinuierlichen Holzversorgung durch sorgfältig geplante Ernte und Ersatz.

Auf den Klimawandel und den Naturschutz bezogen, leistet die Forstwirtschaft einen enormen Beitrag: Wälder sind nicht nur die Heimat von 80% der terrestrischen Biodiversität der Welt, sondern sind eine der bedeutesten Kohlenstoffsenken, indem sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Darüber hinaus tragen sie zur natürlichen Wasserqualität bei und vermindern Erosion.

Durch die Wiederherstellung von 350 Millionen Hektar degradierter Flächen im Einklang mit der “Bonn Challenge” könnten jährlich bis zu 1,7 Gigatonnen CO2 Äquivalent gebunden werden.

Treibhausgase

Treibhausgase, THG (eng.: Green House Gases, GHG) beschreiben (Spuren-)Gase, die für den sogenannten Treibhauseffekt verantwortlich sind, der als Hauptverursacher des Klimawandels gilt. Sie können sowohl natürlich als auch anthropogen auftreten. Zu den Treibhausgasen zählen nach dem Kyoto-Protokoll Kohlendioxid (CO2), das als Referenzwert gilt, Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O) und weitere weniger unbekannte Gase wie H-FKW/HFC, FKW/PFC, Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3). Zusätzlich werden fluorierte Treibhausgase (F-Gase) nach dem Protokoll reglementiert. Andere Treibhausgase wie z.B. Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickoxide (NOx) oder flüchtige Kohlenwasserstoffe ohne Methan (sogenannte NMVOC) gelten als indirekte Treibhausgase und wurden im Montreal-Protokoll geregelt. Letztere sind Hauptverursacher der Zerstörung der Ozonschicht.

Wie bereits erwähnt gilt das gängigste Treibhausgas CO2 als Referenz für die anderen THG. Deren Treibhauspotential (GWP) wird in CO2-Äquivalente (CO2e) angegeben, um zum einen den Vergleich zu erleichtern und zum anderen die emittierten Gase als ein Wert anzugeben. Das GWP bezogen auf 100 Jahre der verschiedenen Gasen nach dem IPCC ist in folgender Tabelle dargestellt:

Kohlenstoffdioxid CO2 1
Tetrafluorpropen C3H2F4 4,4
Methan CH4 28
Distickstoffoxid (Lachgas) N2O 265
Tetrafluorethan C2H2F4 1300
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) z. B. CClF3 13900
Fluorkohlenwasserstoffe (FKW, HFKW) z. B. CHF3 12400
Stickstofftrifluorid NF3 16100
Schwefelhexafluorid SF6 23500

Diese Werte sind folgendermaßen zu verstehen: Wird eine Tonne SF6 in die Atmosphäre entlassen, ist der Treibhauseffekt dieser Tonne so groß, wie 23500 Tonnen CO2 in der Atmosphäre. Dementsprechend wird schnell klar, wieso es so wichtig ist, den Fokus nicht allein auf CO2 zu legen, sondern die Konzentration und den Ausstoß aller THG zu senken.

Greenhouse Gas (GHG) Protocol

Das GHG-Protokoll (Greenhouse Gas Protocol) ist ein weltweit anerkannter Standard für die Messung und das Management von Treibhausgasemissionen (THG) von Unternehmen und deren Wertschöpfungsketten sowie von Maßnahmen zur Emissionsreduktion. Das GHG Protocol wurde 1990 aus der Notwendigkeit heraus gegründet, einen einheitlichen Rahmen für die Berichterstattung über Treibhausgase zu schaffen. Heute arbeitet es mit Regierungen, Industrieverbänden, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und anderen Organisationen zusammen, um die weltweit am weitesten verbreiteten Berechnungsrichtlinien für Emissionen bereitzustellen. Im Jahr 2016 nutzten 92 % der Fortune-500-Unternehmen, die dem CDP geantwortet haben, das GHG Protocol direkt oder indirekt über ein darauf basierendes Programm. Neben Unternehmen nutzen auch Städte auf der ganzen Welt das GHG Protocol und es werden nationale Emissionsprogramme auf Basis des Protokolls entwickelt.

Hydroenergie (auch: Wasserkraft)

Hydroenergie bzw. Wasserkraft ist Energie in bewegtem Wasser. Sie war eine der ersten Energiequellen, die zur Stromerzeugung genutzt wurde. Das Prinzip beruht auf dem Wasserkreislauf, der aus drei Schritten besteht: Sonnenenergie erwärmt Wasser auf der Oberfläche von Flüssen, Seen und Ozeanen, wodurch das Wasser verdunstet. Der Wasserdampf kondensiert und fällt als Niederschlag, der sich in Bächen und Flüssen sammelt, und der Kreislauf beginnt von vorne. Die Niederschlagsmenge, die sich in einem Gebiet in Flüssen und anderen Strömen sammelt, bestimmt die verfügbare Wassermenge, die für die Wasserkraft genutzt werden kann. Somit ist diese Form der Energieerzeugung anfällig für saisonale Niederschlagsschwankungen oder langfristige Veränderungen in der Niederschlagsmenge. Die Energiemenge hängt vom Volumenstrom und dem Gefälle ab. Im Allgemeinen gilt: Je größer der Wasserfluss und die Fallhöhe, desto mehr Elektrizität kann ein Wasserkraftwerk produzieren. In Wasserkraftwerken fließt das Wasser durch ein Rohr oder einen Druckrohrstutzen, drückt gegen eine Turbine und bringt somit die Schaufeln in Bewegung, die wiederum einen Generator antreiben.
Pumpspeicherkraftwerke können überschüssige Energie im Netz speichern: Die Energie wird genutzt, um das Wasser von einer Wasserquelle zu einem höher gelegenen Speicherbecken zu pumpen. Wird die elektrische Energie gebraucht, kann das Wasser das Gefälle zum Kraftwerk bzw. zu der Turbine runterfließen.

Indirekte Emissionen

Indirekte Emissionen umfassen Scope 2 und Scope 3 Emissionen. Indirekte THG-Emissionen resultieren aus den Aktivitäten des berichtenden Unternehmens, treten jedoch an andere Stellen auf, die sich im Besitz oder unter der Kontrolle eines anderen Unternehmens befinden. Die berichterstattende Organisation hat keinen direkten Einfluss auf die Emissionen.

Joint Implementation

Joint Implementation (JI) ist ein projektbasierter Mechanismus, der auf Artikel 6 des Kyoto-Protokolls basiert. Ein Projekt fällt in den Anwendungsbereich der Joint Implementation, wenn es von zwei Industrieländern gemeinsam durchgeführt wird, die sich beide zu einem Emissionsreduktionsziel unter dem Kyoto-Protokoll verpflichtet haben.

Falls ein Industrieland ein Klimaprojekt in einem anderen Industrieland durchführt oder finanziert, kann es sich die daraus resultierenden Emissionsreduktionen in Form von Emissionsreduktionseinheiten (ERUs) auf sein Kyoto-Ziel anrechnen lassen. Das Gastland kann sich diese Einheiten natürlich nicht anrechnen lassen, d.h. es muss seine eigenen Einheiten um die exportierte Menge reduzieren.

Die gemeinsame Umsetzung ist eine flexible und kostengünstige Methode für die Vertragsparteien, einen Teil ihrer Kyoto-Verpflichtungen zu erfüllen. Gleichzeitig profitiert die Gastpartei von ausländischen Investitionen und Technologietransfer.

Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll wurde am 11. Dezember 1997 verabschiedet und ist ein Zusatzprotokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC). Es war das erste Abkommen, das rechtlich verbindliche Verpflichtungen für Industrieländer zur Begrenzung und Reduzierung von Emissionen vorsah.

Damit das Protokoll in Kraft treten konnte, mussten mindestens 55 Vertragsparteien die Konvention ratifizieren, die zusammen für mindestens 55% aller CO2-emissionen der Industrieländer (sogenannte Annex-I-Parteien) im Jahr 1990 verantwortlich waren. Nach einem komplexen Ratifizierungsprozess trat es am 16. Februar 2005 in Kraft. Gegenwärtig beteiligen sich 192 Parteien am Kyoto-Protokoll, darunter alle EU-Mitglieder und wichtige Entwicklungsländer wie Brasilien, China, Indien und Südafrika. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben das Kyoto-Protokoll noch nicht bestätigt. Im Jahr 2013 zog sich Kanada aus dem Abkommen zurück.

Ursprünglich war eine Verpflichtungsperiode von 2008-2012 vorgesehen. Die teilnehmenden Industrieländer verpflichteten sich, ihre jährlichen Treibhausgas-Emissionen innerhalb dieses Zeitraums um 5,2 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Dieses Ziel galt nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer. Am Ende des Verpflichtungszeitraums wurde das gesetzte Ziel erreicht.

Nach erneuten Verhandlungen wurden Ziele für "Kyoto II", die zweite Verpflichtungsperiode, von 2013 bis 2020 festgelegt. Diesmal nahmen mehr europäische Länder sowie Australien teil. Die Parteien verpflichteten sich, in dieser Periode ihre Emissionen um mindestens 18% unter das Niveau von 1990 zu senken. Zusätzlich setzten sich die EU-Staaten (zusammen mit Island) ein eigenes Reduktionsziel von 20%. Darüber hinaus fügten sie ein Treibhausgas hinzu (d.h. insgesamt 7) sowie neue Regeln für Industrieländer, um Emissionen aus Landnutzung und Forstwirtschaft einzubeziehen.

Zusätzlich zur Reduzierung ihrer eigenen Emissionen können die Länder drei Kyoto-Mechanismen nutzen, um ihr Klimaziel zu erreichen:

  • Emissionshandel (globaler Handel mit Emissionsrechten)
  • Joint Implementation (Technologieentwicklung & -transfer)
  • Clean Development Mechanism (Umsetzung von Maßnahmen in Entwicklungsländern)
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Netto-Null-Emissionen

Net Zero Emissions (“Netto-Null-Emissionen”) beschreibt das allgemeine Ziel für den Kampf gegen den Klimawandel. Netto Null bedeutet hierbei nicht nur die notwendige und drastische Verringerung der Emissionen, die besonders bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht. Die verbleibenden Emissionen, die (noch) nicht vermeidbar sind, werden darüber hinaus in dem Szenario aus der Atmosphäre entfernt. Damit wird zwischen Net zero emissions / climate neutrality und CO2-frei unterschieden.


Ozonabbauende Stoffe

Stoffe, die ein positives Ozonabbaupotenzial (ODP) haben, können die stratosphärische Ozonschicht verringern. Die meisten ozonabbauenden Stoffe (ODS) werden im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), dem “Montreal Protocol on Substances that Deplete the Ozone Layer”, kontrolliert. Zu den ODS gehören Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFCKW), Halone und Methylbromid. Die heute am häufigsten verwendeten H-FCKW sind H-FCKW-22 oder R-22. Dieses Kältemittel wird nach wie vor in bestehenden Klimaanlagen und Kühlgeräten verwendet. Dennoch sind heute viele ODSs verboten, und immer mehr folgen.

Offsetting (auch: Kompensation)

Das Kompensieren von Treibhausgasemissionen ist eine Möglichkeit, Klimaneutralität zu erreichen. Dabei werden die Emissionen eines Unternehmens / Landes / Industriesektors an anderer Stelle reduziert. Beispiele dafür sind Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und andere CO2-arme (saubere) Technologien, das Aufforsten von Wäldern oder die Sequestrierung von Kohlenstoff im Boden.

Repräsentative Konzentrationspfade

Die Repräsentativen Konzentrationspfade (Representative Concentration Pathways, RCPs) wurden für den 5. Sachstandsbericht des IPCC entwickelt. Sie beschreiben die vier Szenarien RCP2.6, RCP4.5, RCP6 und RCP8.5, die für die Änderung des Strahlungsantriebs bis 2100 gegenüber dem vorindustriellen Antrieb stehen.

RCP 2.6 steht z.B. für einen Strahlungsantrieb durch anthropogene Treibhausgase von 2.6 W/m2 im Jahre 2100 im Vergleich zu 1850. Gleichzeitig führt dieses Szenario zu einer Erhöhung der globalen Mitteltemperatur unter dem 2°C-Ziel bis 2100 im Vergleich mit dem vorindustriellen Zustand. Die anderen Szenarien sind im Hinblick auf die Veränderung des Strahlungsantriebs entsprechend zu verstehen. RCP4.5 würde zu einer Erhöhung der globalen Mitteltemperatur von 2,6°C führen, RCP6 zu +3,1 °C und RCP8.5 zu einer Erhöhung von 5,8°C. Die globalen Mittelwerte sagen jedoch relativ wenig aus über die geographische Verteilung der Temperaturerhöhung: Es wird davon ausgegangen, dass die Temperatur im Inneren der Kontinente und in den hohen nördlichen Breiten deutlich stärker steigen wird. Besonders betroffen wird demnach das Nordpolarmeer sein, das nördliche Sibirien und nördliche Kanada.

REDD+

REDD+ steht für "Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation" in Entwicklungsländern. Es wurde von den Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) entwickelt.

Wälder stellen weltweit einen der größten Kohlenstoffspeicher dar. Entwaldung und Walddegradierung sind für etwa 11% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.

REDD+ Projekte bieten Anreize für Entwicklungsländer, ihre Emissionen aus Wald- und Regenwaldgebieten zu reduzieren und in kohlenstoffarme Wege für eine nachhaltige Entwicklung zu investieren. Dementsprechend erhalten die Entwicklungsländer Zahlungen, die auf den Ergebnissen ihrer Maßnahmen basieren. Auf diese Weise schafft REDD+ einen finanziellen Wert für den in Wäldern gespeicherten CO2. REDD+ geht über den Schutz vor Entwaldung und Walddegradierung hinaus und umfasst auch die Rolle des Naturschutzes und der Biodiversität sowie die Unterstützung lokaler Gemeinden, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu fördern und damit den CO2-Vorrat im Wald zu erhöhen.

Der Emissionsmarkt wird genutzt, um diese Bemühungen zu unterstützen und den Gemeinden direkte Vorteile zu bringen. REDD+ Voluntary Emissions Reductions (VERs) werden auf jährlicher Basis von dritten Prüfern erst dann ausgestellt, wenn der Wald erfolgreich geschützt wurde und nachhaltige wirtschaftliche Alternativen für die Gemeinde geschaffen wurden, wie zum Beispiel Initiativen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Programme zur Intensivierung der Landwirtschaft.

Planetlys Portfolio an Kompensationsprojekten umfasst auch mehrere hochwertige REDD+-Projekte - sprechen Sie uns gerne an, um weitere Details zu erhalten!

Science Based Targets – SBT

Die 2015 gestartete Initiative Science Based Targets setzt sich für wissenschaftlich basierte Zielsetzungen ein, um die Unternehmen, die zu einem kohlenstoffarmen Wirtschaften übergehen (wollen), im Wettbewerb zu stärken. Die Unternehmen, die sich an dem Call-to-Action der Initiative beteiligen, verpflichten sich, innerhalb der nächsten beiden Jahre ein wissenschaftsbasiertes Klimaziel zu setzen, das im Einklang mit den Ergebnissen des Paris-Abkommens steht, die globale Erderwärmung auf 1,5°C bzw. deutlich unter 2°C zu beschränken. Übergeordnetes Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2020 wissenschaftsbasierte Zielsetzungen zur Standardpraxis in der Wirtschaft werden und Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Senkung der globalen Treibhausgasemissionen spielen. Um dies zu erreichen, ist die Einbettung dieser Ziele in das Nachhaltigkeitsmanagement von zentraler Bedeutung.

Die Initiative ist eine Zusammenarbeit zwischen dem CDP, dem Global Compact der Vereinten Nationen (UNGC), dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF) und eine der Verpflichtungen der We Mean Business Coalition.

Die Zielfestlegung nach den Science Based Targets ist bereits Teil der jährlichen Berichterstattungspraxis von Unternehmen, indem sie in den Fragebogen und die Bewertung des CDP aufgenommen wird.

Die Initiative unterstützt die Integration wissenschaftsbasierter Zielsetzungen in bestehende Führungsplattformen im Klimabereich, darunter UN Caring for Climate, WWF Climate Savers und andere. Wissenschaftlich fundierte Ziele sind in den Klimadaten des CAIT enthalten.

Scope 1 Emissionen

Scope 1 Emissionen umfassen Treibhausgase, die bei der Verbrennung von Brennstoffen entstehen, die sich im Besitz oder unter der Kontrolle der berichtenden Organisation befinden. Beispiele hierfür sind die Verbrennung auf der Anlage, im Besitz der Organisation befindliche konventionelle Kraftwerke oder die Emissionen aus dem Fuhrpark des Unternehmens.


Scope 2 Emissionen

Scope 2 Emissionen umfassen Treibhausgase, die durch den Verbrauch von zugekaufter oder erworbener Energie wie Strom, Heizung, Kühlung und Dampf entstehen. Sie werden als indirekte Emissionen bezeichnet, da die Organisation die Brennstoffe nicht direkt verbrennt, sondern aufgrund ihres Verbrauchs für die entsprechende Menge an Emissionen verantwortlich gemacht wird, die direkt z.B. beim Kraftwerksbesitzer anfallen.


Scope 3 Emissionen

Scope 3 Emissionen umfassen die restlichen indirekten Treibhausgase, die nicht zu den energiebezogenen Emissionen in Scope 2 gezählt werden können. Scope 3 Emissionen entstehen außerhalb der Organisation, z.B. in der Lieferkette, aber auch während des Transports und der Verteilung (durch Subunternehmer), durch Geschäftsreisen, durch das Pendeln der Mitarbeiter:innen und durch anfallenden Abfall.


Solarenergie

Solarenergie macht sich die Energie der Sonne zu Nutze. Dafür wandeln Photovoltaik (PV)-Zellen Sonnenlicht in Elektrizität um. Dahinter steckt folgender Prozess: Sonnenlicht besteht aus Photonen oder Teilchen der Sonnenenergie. Die Photonen enthalten unterschiedliche Energiemengen, die abhängig von der jeweiligen Wellenlänge ist. Eine PV-Zelle besteht aus Halbleitermaterial. Trifft nun ein Photon auf eine PV-Zelle, gibt es drei Möglichkeiten: Entweder werden sie von der Zelle reflektiert, passieren die Zelle oder werden vom Halbleitermaterial absorbiert. Nur bei Letzterem liefern die Photonen nutzbare Energie. Elektronen der Atome des Materials werden entfernt, wodurch ein Stromfluss entsteht. Dieser führt wiederum zu einem Potentialunterschied und es entsteht ein Stromkreislauf.

Der Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen variiert je nach Art der Photovoltaik-Technologie. Hochmoderne Module erreichen mittlerweile 20%, der durchschnittliche Wirkungsgrad neuerer Module liegt um 15%.

Photovoltaikzellen erzeugen Gleichstrom, der zum Laden von Batterien verwendet werden kann, die wiederum Geräte mit Gleichstrom versorgen. Da jedoch nahezu alle Geräte Wechselstrom benötigen, braucht es Wechselrichter, die Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln.

Nicht nur die Größe der PV-Module definiert deren Leistungskapazität, sondern auch die Energiemenge der Sonne, die durch die Strahlungsstärke (W/m2) geographisch variiert, und der Winkel zwischen Strahlung und Modul. Im Idealfall befindet sich das Modul demnach in südlicheren Breitengraden und es besteht ein 90° Winkel zwischen Strahlung und Modul.

Tipping Points

Als Tipping Point wird ein “Punkt ohne Wiederkehr” im Klimasystem der Erde beschrieben, der einen Schwellenwert bezeichnet, dessen Überschreitung zu irreversiblen Veränderungen führt. Das Überschreiten dieser Grenzen wir einen graduellen, linearen Prozess in einen sehr steilen exponentiellen Verlauf wandeln. Dieser Kollaps des gesamten Systems unserer Erde kann zu einem globalen Temperaturanstieg von 5°C führen, die Ozeane würden zwischen 6 und 9 Metern steigen und alle Korallenriffe sowie der Amazonas Regenwald wäre verloren. Unter diesen Umständen wären große Teile der Erde unbewohnbar.


Windkraft

Die Energie der Windkraft stammt aus bewegter Luft. Der natürliche Prozess ist folgender: Wind wird durch ungleichmäßige Erwärmung der Erdoberfläche durch die Sonne verursacht. Da die Erdoberfläche aus verschiedenen Arten von Land und Wasser besteht, nimmt sie die Sonnenwärme unterschiedlich schnell auf. Ein Beispiel für diese ungleichmäßige Erwärmung ist der tägliche Windzyklus: Tagsüber erwärmt sich die Luft über dem Land schneller als die Luft über dem Wasser. Warme Luft über Land dehnt sich aus und steigt auf, und schwerere, kühlere Luft strömt an ihre Stelle und erzeugt Wind. Nachts kehren sich die Winde um, weil die Luft über Land schneller abkühlt als über Wasser. Ebenso entstehen die atmosphärischen Winde, die die Erde umkreisen, weil das Land in der Nähe des Erdäquators heißer ist als das Land in der Nähe des Nordpols und des Südpols.

Windenergie wird heute hauptsächlich zur Stromerzeugung genutzt. Windkraftanlagen verwenden Rotorblätter, um die kinetische Energie des Windes zu nutzen. Wind fließt über die Blätter und erzeugt Auftriebskraft (ähnlich wie bei Flugzeugflügeln), wodurch sich die Blätter drehen. Die Rotorblätter sind mit einer Antriebswelle verbunden, die einen elektrischen Generator dreht, der Elektrizität erzeugt.

In den letzten Jahrzehnten ist die Erzeugung von elektrischer Energie aus Windkraft erheblich gestiegen. Besonders der technische Fortschritt trug dazu bei, durch den auch die Kosten für Strom aus Windenergie gesenkt werden konnten. Zusätzliche setzen viele Staaten finanzielle Anreize zur Förderung des Ausbaus von Windkraftanlagen.

Aktuell stammen knapp 5% des weltweiten elektrischen Energieverbrauchs aus Windkraftanlagen.